Von Alastair Crooke* – 16. März 2026

Die Iraner haben ein Mitspracherecht darüber, wann der Krieg endet. Und sie sagen, dass sie gerade erst anfangen.
Das auf Luftangriffen aus der Ferne basierende Modell der Kriegsführung der USA und Israels wird durch eine ganz andere Form des asymmetrischen Krieges herausgefordert – eine, die der Iran bereits vor mehr als 20 Jahren geplant hat. Das muss man verstehen, wenn man beurteilen will, wie die Kriegsbilanz wirklich aussieht. Es ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen; sie unterscheiden sich grundlegend in ihrem Charakter.
Die USA und Israel werfen eine Menge Fernkampfmunition auf den Iran ab. Aber bis zu welchem Punkt und mit welcher Wirkung? Das wissen wir nicht.
Wir wissen jedoch, dass der Iran seinen Plan für einen asymmetrischen Krieg hat. Und dieser steht erst am Anfang und schreitet schrittweise zur vollständigen Umsetzung voran. Das gesamte Arsenal an iranischen Raketen wurde noch nicht offenbart – weder seine neuesten Raketen noch seine Unterwasserdrohnen und mit Schiffsabwehrraketen ausgerüsteten Schnellboote, die noch nicht eingesetzt wurden. Wir kennen also nicht das volle Potenzial des Iran – und wir können noch nicht sagen, welche Auswirkungen sein vollständiger Einsatz haben könnte. Die Hisbollah ist nun voll einsatzfähig, und die Houthis (anscheinend) warten auf das „grüne Licht“, um Bab el-Mandeb parallel zur Blockade der Straße von Hormus zu sperren.
Der Ursprung dieses iranischen asymmetrischen Paradigmas liegt in der vollständigen Zerstörung des zentralisierten Militärkommandos des Irak durch die USA im Jahr 2003 – das Ergebnis eines dreiwöchigen massiven Luftangriffs.
Die Frage, die sich für die Iraner im Zuge des Irak-Kriegs stellte, war, wie der Iran eine abschreckende militärische Struktur aufbauen könnte, wenn er keine Luftstreitkräfte besaß – und auch keine haben konnte – , die denen seiner Gegner gleichwertig waren. Und wenn die USA zudem das Ausmaß der iranischen Militärinfrastruktur von ihren hochauflösenden Satellitenkameras aus überblicken konnten.
*Alastair Crooke ist ehemaliger britischer Diplomat und Gründer und Direktor des Conflicts Forum in Beirut.
Der Text erschien auf Englisch bei Strategic Culture.