Von Dmitri Trenin* – 14. März 2026
US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben versucht und weitgehend auch erreicht, die diplomatischen Kontakte zwischen den USA und Russland zu öffnen und wieder zu beleben – auch wenn diese im Ukraine-Krieg noch zu keinen konkreten Resultaten geführt haben. Aber welche Auswirkungen hat nun der Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran, einen zumindest wirtschaftlich nahen Verbündeten Russlands, auf die Beziehungen zwischen den USA und Russland? Für Russland ist das keine einfach Situation. (cm)
Trumps historische Aufgabe (nach seiner eigenen Vorstellung) bestand darin, „die Größe der USA wiederherzustellen“ und das Land aus dem Kursverlust zu befreien, in dem es sich in den letzten anderthalb bis zwei Jahrzehnten befand. Ursprünglich wurde diese Aufgabe von Trump und seinen Mitstreitern der MAGA-Bewegung im Sinne einer nationalen Neuausrichtung und notwendiger Selbstbeschränkung interpretiert. Die allgemeine Ausrichtung lautete in etwa wie folgt: weg von der Ideologie des liberalen Globalismus (und des „Wokismus“) hin zu einem sachlichen, pragmatischen Ansatz, weg von der Verteidigung und Förderung der Interessen des amerikanischen Imperiums hin zu einer Hinwendung zum eigenen Land und dessen drängenden Problemen. Diese Ausrichtung beinhaltete die Anerkennung der Vielfalt der Welt und der Existenz mehrerer Großmächte, mit denen die USA verhandeln mussten. Es wurde davon ausgegangen, dass im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Regierung des 47. Präsidenten die USA selbst stehen würden, dann die westliche Hemisphäre und erst danach China und dahinter der Rest der Welt. Als Haupttätigkeitsbereich Washingtons war die Geoökonomie vorgesehen; unter den Sicherheitsproblemen standen illegale Einwanderung und Drogenhandel an erster Stelle. Die Herausforderung durch China wurde als vorwiegend technologischer und wirtschaftlicher Natur betrachtet. Trump versprach eine rasche Beilegung internationaler Konflikte, einschließlich des Ukraine-Konflikts, und positionierte sich als Präsident des Friedens.
Tatsächlich war der Start schwungvoll. Trump startete unverzüglich eine Zolloffensive gegen den Rest der Welt, die angeblich auf Kosten Amerikas „profitierte“; er distanzierte sich ideologisch von Europa; er „wischte“ die iranischen Nuklearanlagen „von der Erde“ und setzte sich aktiv dafür ein, sich selbst den Friedensnobelpreis zuzusprechen. In Richtung Russland stellte er den direkten Kontakt zum Kreml wieder her, wobei er die Pendeldiplomatie seiner Vertrauten einsetzte, und hielt in Anchorage, Alaska, ein kurzes Gipfeltreffen mit Präsident Wladimir Putin ab. Als Ergebnis dieses Treffens entstand eine gewisse amerikanisch-russische Verständigung hinsichtlich der Formel und der Wege zur Beilegung der Ukraine-Krise – was in Russland manchmal als „Geist von Anchorage“ bezeichnet wird.
*Zum Autor: Dmitri Trenin – Direktor des Instituts für Weltmilitärwirtschaft und -strategie der Nationalen Forschungsuniversität „Higher School of Economics“, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des IMEMO der Russischen Akademie der Wissenschaften.
Zum Originalartikel von Dmitri Trenin in russischer Sprache.