
Von Igor Ivanenko (Übersetzung: Thomas Röper) – 12. März 2026
Moldawien ist aus der GUS ausgetreten, was deutschen Medien keine Schlagzeile wert war. Aber der Schritt war für die pro-europäische Regierung in Moldawien sehr wichtig und wird in Russland und den GUS-Staaten genau beobachtet.
Deutsche Medien scheinen bereits vergessen zu haben, dass es die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), in der sich bis heute die meisten ehemaligen Sowjetrepubliken zusammengeschlossen haben, überhaupt gibt. Allerdings spielt der Staatenbund für seine Mitglieder immer noch eine wichtige Rolle, denn zu den Verträgen der GUS gehören so wichtige Dinge wie Handels- und Zollabkommen und noch vieles mehr.
Ursprünglich sind den GUS alle ehemaligen Sowjetrepubliken außer den baltischen Staaten beigetreten, aber später sind Georgien und die Ukraine wieder ausgetreten. Nun hat auch Moldawien diese Entscheidung getroffen, und dafür gibt es recht handfeste Gründe, die ein Analyst in einem Artikel für die TASS erklärt hat, den ich übersetzt habe. […]
Die Kündigung der Versicherung für die Staatlichkeit: Warum Moldawien aus der GUS ausgetreten ist
Igor Ivanenko darüber, wie sich die Moldawier im Westen schützen wollen, „falls Russland gefährlich nahe kommt“.
Am 11. März hat die moldawische Regierung den entscheidenden Schritt zur Beendigung der Beziehungen zur Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gemacht und den Austritt aus den Gründungsdokumenten der Organisation – dem Abkommen zur Gründung der GUS, ihrer Charta und der Erklärung von Alma-Ata – beschlossen.
Der Schaden durch die europäische Integration
Staatssekretär Sergei Michow hat aus den Gründen für die Entscheidung kein Geheimnis gemacht: „Der Beitrittsprozess zur EU erfordert zwangsläufig, dass die Republik Moldawien ihre Verpflichtungen innerhalb der GUS aufgibt, die mit ihrem Status als EU-Mitgliedstaat unvereinbar sind.“ Im Prinzip hat auch Außenminister Mihai Popșoi diesen Sachverhalt im Januar 2026 erklärt, als die Absicht zur Kündigung der grundlegenden Verträge offiziell bekannt gegeben wurde. Insgesamt wird die künftige Zusammenarbeit mit den GUS-Mitgliedern auf bilateralen Kontakten beruhen.
Dabei betonten beide moldawischen Politiker, dass die Annullierung keine Auswirkungen auf Wirtschaftsabkommen habe, die die europäische Integration nicht behindern. „Diese Abkommen bringen den moldawischen Bürgern konkrete Vorteile und entsprechen den nationalen Interessen“, fügte Michow hinzu.