Von Thomas Oysmüller – 4. März 2026

Ihre Gespräche mit ChatGPT landen nun offiziell beim US-Militär. OpenAI, das Unternehmen hinter dem Chatbot, hat einen Vertrag mit dem Pentagon geschlossen – nur wenige Stunden vor dem Angriff auf den Iran.
Ende Februar 2026, nur wenige Tage, fast Stunden, bevor die USA und Israel den Krieg gegen den Iran aufnahmen, schloss OpenAI einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium (unter Trump offiziell oft als „Department of War“ oder „Kriegsministerium“ bezeichnet) ab. Die KI-Technologie von OpenAI darf nun in klassifizierten militärischen Netzwerken eingesetzt werden. Der Deal kam auffällig schnell zustande – nur Stunden, nachdem die Regierung den Konkurrenten Anthropic fallen gelassen hatte.
Anthropic hatte sich geweigert, seine ethischen „Red Lines“ aufzugeben: kein Einsatz der KI für Massenüberwachung amerikanischer Bürger und keine autonomen Waffensysteme („Killer Robots“). Das Pentagon akzeptierte das nicht, stufte Anthropic als „Supply-Chain-Risk“ ein und schloss die Firma praktisch vollständig vom US-Militär aus. OpenAI sprang sofort ein und unterzeichnete den Vertrag.
OpenAI hat seitdem mit einer Welle der Empörung zu kämpfen. Die Reaktionen im Netz waren vernichtend: Viele Nutzer warfen OpenAI Verrat an den eigenen Prinzipien vor. Daraufhin löschten zahlreiche Menschen ihren Account, ChatGPT-Abo-Kündigungen explodierten, App-Deinstallationen vervielfachten sich. Offenbar haben viele Menschen – ob aus Amerika oder von anderen Kontinenten – wenig Interesse daran, dem US-Militär zuzuarbeiten.
Bild „ChatGPT“ by focal5 is licensed under CC BY-NC 2.0.