Von Éva Péli – 28. Februar 2026
Wird der Krieg in der Ukraine im fünften Jahr durch Kompromisse beendet oder bis zum bitteren Ende auf dem Schlachtfeld ausgefochten? Der ehemalige CIA-Experte George Beebe sieht erste Zeichen für eine diplomatische Annäherung, während der Politologe John Mearsheimer vor Wunschdenken warnt. Beide haben kürzlich über geopolitische Zwänge, den China-Faktor und die unversöhnliche Logik des Sicherheitsdilemmas debattiert. Eine Zusammenfassung von Éva Péli.
Gibt es reale Signale für eine Kompromisslösung im Ukraine-Krieg, oder steuern die internationale Gemeinschaft und die europäische Sicherheitsordnung auf eine dauerhafte Zerstörung zu? George Beebe, ehemaliger Russland-Direktor der CIA, erkennt Zeichen für eine diplomatische Annäherung, die hinter den Kulissen zu wirken beginnt. Ihm widerspricht der Politikwissenschaftler John Mearsheimer: Er bleibt überzeugt, dass die Entscheidung über diesen Krieg allein auf dem Schlachtfeld fällt und Diplomatie derzeit kaum mehr als ein Schauspiel ist.
In einer ausführlichen Debatte für das Quincy Institute for Responsible Statecraft analysierten beide Experten die strategischen Interessenlagen von Washington, Moskau und Kiew. Sie sprachen am Donnerstag, einen Tag nach den Verhandlungen von Vertretern der drei Staaten in Genf. Während viele Beobachter darin ein Scheitern sahen, bewerten die Experten die Lage differenzierter.