Von Thomas Röper – 25. Februar 2026

US-Präsident Trump hat seinen „Friedensrat“ gegründet, der laut seiner Charta eine Art Ersatz-UNO werden und Konflikte in aller Welt lösen soll. Was genau ist also der „Friedensrat“, welche Staaten machen dabei mit und was hat die erste Sitzung ergeben?
Ursprünglich hat Präsident Trump seinen „Friedensrat“ im Oktober 2025 in seinem 20-Punkte-Plan zur Regulierung des Gazakrieges angekündigt, aber als die US-Regierung im Januar die Charta des „Friedensrates“ vorstellte, wurde klar, dass Trump viel weitergehende Pläne hat. Der „Friedensrat“ soll seinem Wunsch zufolge nicht nur für Gaza zuständig sein, sondern er soll Konflikte auf der ganzen Welt lösen.
Aber damit nicht genug, denn in der Charta gibt Trump sich selbst den Vorsitz und alle Macht in dem Friedensrat. Alles, was die Mitgliedsstaaten entscheiden, bedarf der Zustimmung des Vorsitzenden, zu dem Trump sich selbst ernannt hat. Sogar seinen Nachfolger darf er selbst aussuchen. Ironisch könnte man sagen, dass Trump sich damit zum König der Welt ernennen will, der bei allen internationalen Konflikten das letzte Wort hat und seinen Thron vererben kann.
Entsprechend verhalten war das Echo darauf und die Zahl der Staaten, die dem „Friedensrat“ tatsächlich beigetreten sind, ist überschaubar. Bemerkenswert ist, dass fast keine Staaten aus Europa beigetreten sind und natürlich ist auch keine der Großmächte Russland, China, Indien oder Brasilien beigetreten.
De facto ist Trumps „Friedensrat“ der Versuch, die UNO auszuhebeln, die den USA schon lange nicht mehr gefällt, weil sie sich immer öfter den Wünschen der US-Regierung widersetzt. Ein UNO-Ersatz, in dem die USA das Sagen und das letzte Wort haben, war daher der feuchte Traum jeder US-Regierung der letzten Jahrzehnte – und Trump versucht nun, das umzusetzen.
Das US-Außenministerium sagte das auch ganz offen, denn dort wurde nach der Erstunterzeichnung der Charta verkündet, die UNO sei in vielem ein riesiger Misserfolg und müsse – natürlich durch Trumps „Friedensrat“ – ersetzt werden.