Yanun – so verliert ein kleines Dorf im Westjordanland seine Lebensgrundlagen

Von Henriette Guettinger – 20. Februar 2026

Wer selbst schon dort war, der weiß, was dort abläuft und wie die israelischen Siedler einheimische Menschen mit nackter Gewalt vertreiben – und dies durchaus im Sinne der israelischen Regierung, der die internationale Kritik an der geplanten Annektierung des Westjordanlandes völlig egal ist. Henriette Hanke Güttinger war dort und erinnerst sich. (cm)

Am 7. Januar 2026 berichtet UNOCHA1 über Yanun: »Die letzten sechs verbliebenen Familien wurden aufgrund von Angriffen durch Siedler aus Khirbet Yanun im Gouvernement Nablus vertrieben, wo sie seit mehr als 60 Jahren gelebt hatten.«

B’TSELEM2 bestätigt diese schlimme Nachricht und berichtet detaillierter:

»Am Sonntag, den 28. Dezember 2025, verließen die letzten beiden Familien, die im oberen Teil des Dorfes Yanun (bekannt als Khirbet Yanun al-Foqa) lebten, ihre Häuser, nachdem an diesem Morgen vier israelische Siedler ins Dorf gekommen waren, von denen mindestens einer mit einem Gewehr bewaffnet war. Sie drohten, alle Familienmitglieder zu töten, wenn sie das Gebiet nicht bis 16:00 Uhr verlassen würden. Damit vollendeten die Siedler die Vertreibung der Dorfbewohner, nachdem drei weitere Familien bereits am Vortag das Gebiet verlassen hatten.«

Die Bewohner hatten viele Jahre lang an diesem Ort gelebt, Schafe und Rinder gezüchtet und in der Landwirtschaft gearbeitet. Seit Anfang der 2000er Jahre, als das Militär und die Siedler die alte Strasse zwischen Aqraba und Nablus sperrten, die Yanun mit der Stadt Nablus und den südlichen Teil des Westjordanlands mit seinem Norden verband, war die Gemeinde nur noch über Aqraba erreichbar. Da das Gebiet in den Osloer Verträgen als Gebiet C definiert wurde, waren alle Neubauten sowie Anbauten an bestehenden Gebäuden verboten. … «

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