Von Dieter Reinisch – 15. Februar 2026

Der Historiker Dieter Reinisch aus Wien war in München und hat sich auch außerhalb des Bayerischen Hofes ein bisschen umgeschaut. NATO-kritische Stimmen waren – leider – eher selten. Globalbridge wird in den nächsten Tagen auf die kriegstreibende Rolle der NATO zurückkommen. (cm)
Ein starkes Europa wünsche er sich, sagte US-Außenminister Marco Rubio in seiner Rede auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Die USA hätten keine Pläne, die transatlantische Allianz zu schwächen oder gar aufzugeben, betonte Rubio, als er nach ausgleichenden Worten nach dem hitzigen Wortwechsel über die Zukunft Grönlands im Laufe des Jänner suchte.
Er erklärte auf der MSC: „Wir wollen uns nicht trennen, sondern eine alte Freundschaft wiederbeleben und die größte Zivilisation der Menschheitsgeschichte erneuern.“ EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich am Samstag über Rubios Äußerungen „sehr beruhigt“. Danach wiederholte der US-Außenminister die bekannten Forderungen der USA an die EU und die europäischen NATO-Mitglieder, mehr in die Verteidigung zu investieren: „Wir wollen Verbündete, die sich selbst verteidigen können, damit kein Gegner jemals in Versuchung gerät, unsere kollektive Stärke zu testen.“
Von der Leyen zeigte sich zufrieden. Rubio sei „ein guter Freund, ein starker Verbündeter. Es war sehr beruhigend für mich, ihm zuzuhören.“ Doch obwohl die USA bei der 62. Auflage ihre bisher größte Delegation zur MSC entsandten, deutete alles auf die Stärkung der Europäer innerhalb der NATO hin: „Europäisierung“ wird dies in internen Dokumenten bezeichnet. Europa soll die Last der aktuellen und womöglich kommenden Kriege in Osteuropa tragen.