Kann Trump Europa näher an Russland rücken?

Von Gábor Stier – 12. Februar 2026

Sicherheitsarchitektur, strategische Autonomie und das Ende der transatlantischen Illusion: Während Washington unter Donald Trump Europa zunehmend als Rivalen behandelt und geopolitisch instrumentalisiert, wächst in Brüssel die Erkenntnis, dass eine stabile Ordnung ohne Russland kaum denkbar ist. Gábor Stier analysiert die notwendige Abkehr von alten Dogmen und die schwierige Suche nach einem neuen Dialog mit Moskau, um Europas drohende Marginalisierung zwischen den USA und China zu verhindern. Ein Plädoyer für geopolitischen Realismus.

Die Kluft zwischen der Europäischen Union und den USA vertieft sich zusehends. In dieser prekären Lage kann Brüssel nicht länger auf eine bloße Kehrtwende in den politischen Kräfteverhältnisse in den USA hoffen; stattdessen sucht man händeringend nach Gegengewichten zu Donald Trump. Wirtschaftlich öffnet sich der Kontinent bereits in Richtung Südamerika, Indien und China – und vorsichtig keimt sogar die Idee auf, den Dialog mit Russland wiederaufzunehmen.

Zwar ist der europäische Mainstream noch weit davon entfernt, Russland nicht mehr als Problem, sondern als Teil der Lösung zu begreifen. Doch Trumps Rückkehr ins Weiße Haus und die zunehmende Distanzierung Washingtons treiben Europa fast zwangsläufig in diese Richtung. Bisher zeigt sich auch Moskau wenig bereit für eine Annäherung, doch es bleibt bemerkenswert, dass man dort die Wiederaufnahme des Dialogs nicht kategorisch ablehnt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Ist eine Neuregelung der europäisch-russischen Beziehungen mittelfristig überhaupt möglich?

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