Von Ralf Wurzbacher – 6. Februar 2026
Vom „Meinungsführertreffen“ am Tegernsee zum „VIP-Gipfel“ in die Tiroler Alpen: Katherina Reiche scheut vor keiner Innigkeit mit politischen und wirtschaftlichen Führern zurück. Hauptsache die Geschäfte laufen, die Wohlhabenden profitieren und dem Normalbürger wird genommen. Dass zu viel Kuschelei irgendwann peinlich wird, scheint ihr nicht in den Sinn zu kommen. Warum auch? Zum Rücktritt reicht das alles sowieso nicht.
Ja, es lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass Katherina Reiche zu den reicheren Menschen im Land gehört. Als bis 2015 und damit lange vor ihrer Vereidigung zur Bundeswirtschaftsministerin wirkende Spitzenpolitikerin – allein zweimal war sie parlamentarische Staatssekretärin –, speziell aber danach als hochdotierte Managerin der Energiebranche hat sie gewiss allerhand auf die hohe Kante gelegt. Und wenn wer gut betucht aus der Wirtschaft in die Politik wechselt und dann auch noch so heißt, dann fordert das zu Wortwitzen geradezu heraus. Das muss die CDU-Frau aushalten, zumal gerade sie mit Anlässen zum Spotten nicht geizt.