Von Thomas Röper – 20. Januar 2026
Wer westliche Medien konsumiert, der glaubt, im Iran hätten die Menschen friedlich gegen ein brutales Regime protestiert und das brutale Regime habe wahllos friedliche Demonstranten umgebracht. Die exzessive Gewalt der Demonstranten verschweigen die westlichen Medien lieber.
Ich war selbst mal im Iran, das ist allerdings schon über zehn Jahre her. Ich behaupte nicht, dass die Regierung bei den Iranern beliebt ist, das ist sie auf keinen Fall, im Gegenteil. Schon damals begannen die vielen Gespräche mit Iranern immer gleich: Sie fragten erst, woher ich käme, dann, wie es mir im Iran gefalle, und dann kam als Drittes von ihnen immer: „Übrigens, unsere Regierung ist Scheiße“ („By the way, our gouvernment is shit“).
Da sich die Lage im Iran danach nicht verbessert hat, dürfte die Regierung heute kaum beliebter sein, als damals.
Aber es gibt ein dickes „Aber“: Wenn es etwas gibt, was die meisten Iraner noch weniger mögen als die eigene Regierung, dann sind das die USA und Israel, wobei man hier muss trennen, denn gegen Juden hat im Iran niemand etwas, die sind eine besonders geschützte Minderheit, es geht um den Staat Israel und dessen Politik.
Das konnten wir bei dem 12-Tage-Krieg sehen, den Israel und die USA vor einigen Monaten gegen den Iran entfesselt haben. Damals glaubten die Amerikaner und Israelis, das iranische Regime sitze so unsicher, dass deren Krieg die Bevölkerung dazu bringen werde, die Regierung zu stürzen. Bekanntlich ist das Gegenteil passiert und selbst viele Regimekritiker haben sich hinter die Regierung gestellt.
Im Iran hat man auch nicht vergessen, dass die USA seinerzeit die gewählte Regierung weggeputscht und den Schah eingesetzt haben, der im Iran nicht eben für Wohlstand gesorgt, sondern sein Öl den Briten und Amerikanern überlassen hat.
In diesem ersten Artikel über die Unruhen im Iran zeige ich, dass die Proteste im Iran bei weitem nicht so friedlich waren, wie uns die deutschen Medien erzählen, und im zweiten Artikel berichte ich, wie es der iranischen Führung gelungen ist, die Proteste schnell zu beenden. Und nein, dazu war keine Gewalt nötig, nur das Abschneiden der Kommunikation mit den Organisatoren der Unruhen im Ausland.