Von Thomas Röper- 10. August 2025
Am Freitag haben Armenien und Aserbaidschan unter Vermittlung von US-Präsident Trump ein Friedensabkommen geschlossen, dessen Inhalt gegen Russland, China und den Iran gerichtet ist. Für die USA ist das ein wichtiger Etappensieg im Kampf um Einfluss im Kaukasus.
Die Meldung von Freitag, dass US-Präsident Trump eine Einigung zwischen Armenien und Aserbaidschan vermittelt hat, wobei die Entscheidung getroffen wurde, den sogenannten Sangesur-Korridor für 99 Jahre unter die Verwaltung der USA zu stellen, war eine internationale Sensation, denn die Verhandlungen wurden offensichtlich im Geheimen geführt und der Besuch des aserbaidschanischen Präsidenten Alijew und des armenischen Ministerpräsidenten Paschinjan im Weißen Haus wurde erst sehr kurzfristig bekannt gegeben. Der armenische Ministerpräsident Paschinjan ist sogar offiziell im Urlaub, weshalb die Überraschung seiner Landsleute, dass er plötzlich in Washington ist und ein Abkommen mit Aserbaidschan abschließt, groß sein dürfte.
Da in Deutschland kaum jemand weiß, worum es dabei geht, war auch der Spiegel-Artikel über die Einigung, der die Überschrift „Treffen im Weißen Haus – Nach Trump benannte Transitroute soll Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan entschärfen“ , recht kurz, weil wahrscheinlich auch in der Spiegel-Redaktion niemand weiß, was die Einigung bedeutet und welche Auswirkungen sie haben kann.
Man erfährt in dem Spiegel-Artikel nur, dass eine „Transitstrecke“, die „durch den südlichen Teil Armeniens führen soll“, nun „Trump Route for International Peace and Prosperity“ (TRIPP) genannt werden soll. Und man erfährt, dass „die sogenannte Minsk-Gruppe der OSZE aufgelöst werden“ soll, die bislang im Streit über Bergkarabach vermitteln sollte und von Russland, den USA und Frankreich geführt wurde.
Dann schreibt der Spiegel noch: „Mit der jetzigen Vereinbarung könnten die USA ihren Einfluss in der Region deutlich steigern.“