26. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 19:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 25. März 2026

Trump sucht weiter nach einem gesichtswahrenden Austritt aus dem Krieg, um ihn, ähnlich wie den Krieg in der Ukraine, seinen Verbündeten zu überlassen. Er legte einen 15-Punkte-Plan vor, der vom Iran mittlerweile abgelehnt wurde. Als Verhandler steht offenbar nun sogar Vizepräsident JD Vance bereit, als Orte stehen Pakistan oder die Türkei zur Wahl.

In den letzten acht Stunden hat sich der Irankrieg weiter intensiviert: Der Iran hat am späten Abend des 24. März 2026 eine neue Salve ballistischer Raketen auf Israel abgefeuert, die in Tel Aviv und Umgebung einschlugen und mindestens 19 Verletzte forderten. Die israelische Armee, im Globalen Süden oft „genozidale Kindermordarmee“ genannt, meldete daraufhin früh am Morgen des 25. März 2026 den Beginn von Luftangriffen auf Infrastruktur des „iranischen Terrorregimes“ in Teheran und warnte vor weiteren einfliegenden iranischen Raketen. Gleichzeitig gab es Berichte über anhaltende Sirenen in Israel und einige erfolgreiche Abfangmanöver der israelischen Luftabwehr, während der Iran seine Angriffe fortsetzte.

Die New York Times, ein Sprachrohr des „liberalen“ US-Establishments, berichtete von einem 15-Punkte-Plan, den Washington über den Vermittler Pakistan an den Iran geschickt habe. Der Artikel berichtet keine Einzelheiten. Aber zusammenfassend aus verschiedenen Quellen kann man folgende Kernpunkte erkennen:

  • Vollständige Demontage der iranischen Atomprogramme (einschließlich der Anlagen in Natanz, Isfahan und Fordow),
  • Verbot weiterer Urananreicherung,
  • Übergabe aller angereicherten Uranvorräte an internationale Kontrolle,
  • Beschränkungen des iranischen Raketenprogramms sowie
  • Garantien für die sichere Schifffahrt im Hormus-Straße.

Im Gegenzug bieten die USA eine teilweise Aufhebung von Sanktionen und die Unterstützung eines zivilen iranischen Atomprogramms unter strenger internationaler Aufsicht an. Was der Kooperation mit Russland entgegen stünde. Präsident Trump hat erklärt, der Iran habe bereits zentralen Punkten wie dem Verzicht auf Atomwaffen zugestimmt, während Teheran direkte Verhandlungen bislang dementiert oder Gegenforderungen (wie Schadensersatz) stellt.

Hinter dem Plan steckt der Versuch der Trump-Administration, einen schnellen Ausstieg aus dem nun die vierte Woche andauernden Krieg zu finden, da die wirtschaftlichen Folgen (steigende Ölpreise, globale Lieferkettenstörungen) immer spürbarer werden. Außerdem sollen die Börsen auf Hoffnung gehalten werden. Israel äußert hingegen Skepsis und befürchtet, ein Waffenstillstand könnte dem Iran nur Zeit zur Aufrüstung geben.

Der Iran wird dem Plan kaum zustimmen, da Sanktionserleichterungen in der Vergangenheit nach kürzester Zeit wieder rückgängig gemacht worden waren, der letzte Vertrag, JCPOA, von Trump gebrochen wurde und zu noch schärferen Sanktionen führte. Ähnlich wie Russland nach Minsk 2 in der Ukraine, ist der Iran nicht mehr an leeren Versprechen interessiert, sondern an Fakten am Boden, d.h. besteht auf einem Abzug der US-Basen aus der Region.

Nach wie vor sieht die Führung des Landes keine Notwendigkeit, ethisch abgelehnte Massenvernichtungswaffen zu produzieren. Das wissen die USA, und darum geht es nicht. Und der Iran weiß das auch. Sobald der Iran sich selbst entwaffnet, werden die USA und Israel über das Land herfallen, um es zu einer Quasi-Kolonie zu machen. Deshalb wird die Raketentechnologie niemals aufgegeben werden.

Der 15 Punkte Plan der US-Regierung

Im Internet kursieren angebliche Punkte, welche Kern des US-Vorschlags sein sollen:

USA schlagen Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges vor

  • 1. Aufhebung aller Sanktionen gegen Iran.
  • 2. Unterstützung der USA beim Ausbau und der Entwicklung eines zivilen Nuklearprojekts (Stromerzeugung).
  • 3. Abschaffung der Drohung mit einer Wiedereinführung von Sanktionen.
  • 4. Einfrieren des iranischen Atomprogramms unter Einhaltung eines festgelegten Rahmens.
  • 5. Urananreicherung bleibt erhalten, unterliegt jedoch Aufsicht und vereinbarten Beschränkungen.
  • 6. Das Raketenprogramm wird zu einem späteren Zeitpunkt mit Mengen- und Reichweitenbeschränkungen behandelt.
  • 7. Nutzung der Nuklearprogramme ausschließlich für zivile/defensive Zwecke.
  • 8. Einstellung der Weiterentwicklung bestehender Nuklearkapazitäten.
  • 9. Keine weitere Erweiterung der Anreicherungskapazitäten.
  • 10. Keine Produktion von waffenfähigem Nuklearmaterial auf iranischem Boden.
  • 11. Übergabe des gesamten angereicherten Materials an die IAEA innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens.
  • 12. Natanz, Isfahan und Fordow werden außer Betrieb genommen (zerstört).
  • 13. Internationale Überwachungs- und Kontrollmechanismen werden aktiviert.
  • 14. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und ist an die Einhaltung der Vereinbarungen geknüpft.
  • 15. Zusätzliche regionale und sicherheitspolitische Vereinbarungen zwischen den Parteien.

Es ist eine wilde Mischung von üblichen Versprechungen, die in der Vergangenheit immer wieder widerrufen wurden und jederzeit zurückgezogen werden können gegen harte Maßnahmen auf Seiten des Iran, und sind offensichtlich nicht geeignet, die Situation zu entschärfen. Der Plan ist offensichtlich nicht an die Iraner, sondern an die Bevölkerung in den USA und im Westen allgemein gerichtet.

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