Sauberes Früchtchen: Nawalnys rechte Vergangenheit

Von Reinhard Lauterbach – 26. August 2020

Alexej Nawalny wird heute allgemein als „Kremlkritiker“ oder „Korruptionsbekämpfer“ bezeichnet. Das reicht, um ihm in der westlichen Öffentlichkeit einen Vertrauensvorschuss zu verschaffen. Und genau auf den kommt es ihm an, auch in der internen Auseinander-setzung in Russland. Korruptionskritik ist affirmativ – was nicht ausschließt, dass sie gegen amtierende Machthaber radikal werden kann. Nawalny hat seine politische Karriere in der liberalen Intellektuellen-partei „Jabloko“ begonnen. Schnell stieg er bis in deren politische Führung auf, wurde allerdings 2007 wegen „Nationalismus“ ausgeschlossen. Wie ein Teilnehmer der entsprechenden Sitzung im Radiosender Echo Moskwy berichtete, soll er auf den Ausschluss mit dem Ausstrecken des rechten Arms und dem Ruf „Ruhm für Russland“ („Slawa Rossii“) – die Parole ist wörtlich identisch mit dem ukrainischen Faschistengruß „Ruhm der Ukraine“ – reagiert haben.

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